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DNA-basierende
Reduzierung der Bandbreite
Peribit drückt Weitverkehrskosten von Firmen
Schlagartig WANKosten vierteln
PERIBIT
KOMMT NACH MITTELEUROPA
Durch ein neues Verfahren zur Datenverdichtung, das der DNA-Sequenzanalyse aus der Gentechnik entlehnt ist, lassen sich auf einen Schlag 60 bis 90 Prozent an WAN-Bandbreite einsparen. Das behauptet jedenfalls das US-Unternehmen Peribit, das jetzt mit einer Niederlassung in München auch den mitteleuropäischen Markt erobern will.
Die
klassische Methode zur Behebung von Bandbreitenengpässen im Weitverkehrsnetz
ist die Anmietung weiterer Übertragungskapazitäten und der Zukauf von neuem
WAN-Equipment. Letzteres bedeutet oft nicht unerhebliche Investitionen,
ersteres lässt die monatlichen Kosten nach oben schnellen. In Zeiten überfüllter
Auftragsbücher und gut zweistelligem Umsatzwachstum mögen sich Unternehmen
mit solchen “Lappalien“ kaum befassen, ist jedoch Ebbe in der Kasse, heißt
es nach Alternativen suchen.
Während
also normalerweise die Ciscos, Nortels, Alcatels und Siemens‘ dieser Welt
gerne mit Lösungen zur Seite stehen, sieht sich vor diesem Hintergrund der Newcomer
Peribit in der besseren Position. Das Unternehmen wurde erst vor etwa
zweieinhalb Jahren gegründet und zieht — wie viele Firmen im Silicon
Valley — sein Technologie-Know-how primär aus Forschungsergebnissen der nahe
gelegenen Stanford-Universität. So kommt von dort Amit Singh, einer der Gründer
von Peribit und heute Chief Technohogy Officer. Singh war es auch, der sich
mehrere Jahre mit biomedizinischer Informatik beschäftigt hat und im Rahmen
seiner Forschungen die wesentliehen Algorithmen zur der “Molecular Sequence
Reduction“ (MSR) entwickelte. Das Patent für MSR bildet heute die Geschäftsgrundlage
von Peribit.
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Die
Idee, durch Datenreduktion entweder Platz auf einem Datenträger zu sparen oder
eben Übertragungskosten zu senken, ist natürlich keineswegs neu. Im
Unterschied zu den bislang für solche Zwecke eingesetzten
Kompressionsverfahren, die auf Paketbasis arbeiten, abhängig von der Art des
Datenverkehrs sind und nicht zuletzt an den Routern (für WAN-Verkehr) beträchtliche
Prozessorleistung beanspruchen, betrachtet MSR einen längeren Datenstrom, kümmert
sich nicht um die Art der Daten und arbeitet in Echtzeit. MSR basiert auf
Verfahren, die ursprünglich zum Aufdecken von Strukturen in Genomsequenzen
entwickelt wurden. Es findet wiederholt auftretende Datenmuster jeder Größe an
einer beliebigen Stelle im Datenfluss und ersetzt sie durch ein Label. Je nach
Verkehr eliminiert die Technologie so den Großteil der notwendigerweise zu übertragenen
Daten, laut Peribit sogar bis zu 90 Prozent. “MSR erhöht die effektive
Netzkapazität sofort um das Vier- bis Zehnfache“, so Shane Buckley, President
Europe, Middle East, & Africa (EMEA) bei Peribit im Gespräch mit LANline.
“Die erhöhte Kapazität führt unmittelbar zu einer höheren
Netzwerkeffizienz, zu einer verbesserten Anwendungsleistung, zu einer besseren Fähigkeit
zum Rollout neuer Anwendungen sowie — ganz wesentlich — zu niedrigeren
monatlichen Übertragungskosten.“
“Wir werden den WAN-Markt komplett aufrollen.“ Thomas Weiss, Director Central
Europe bei Peribit
Die neue europäische Niederlassung in München leitet Thomas Weiss, der wie sein Europa-Kollege Buckley, der President und CEO Jef Graham, sowie einige weitere Mitglieder des Top-Managements von Nortel Networks und 3Com zu Peribit stieß. Für den Aufbau einer Vertriebsstruktur sucht Thomas Weiss derzeit drei bis vier größere Systemintegratoren mit möglichst europaweiter Präsenz. Einer davon soll wohl PanDacom werden, die anderen waren zum Zeitpunkt des Gesprächs noch nicht spruchreif? “Wir werden den WAN-Markt komplett aufrollen“, verspricht Weiss. Nach seiner Auffassung verkaufen sich die Produkte des Unternehmens quasi von selbst — so jedenfalls die bisherigen Erfahrungen in den USA und England. Eines der beliebtesten Verkaufsargumente sind dort Testprodukte, die den Interessenten zur Verfügung gestellt werden. Für den Test reiche ein einziges Gerät. Ein spezieller Betriebsmodus emuliert den WAN-Verkehr so, als ob auch an den Gegenstellen jeweils ein Gerät installiert wäre und liefert genaue Statistiken, aus welchen sich auch exakt der Return on Investment (ROI) berechnen lässt. Dieser liege im Durchschnitt bei sechs Monaten. Bislang hat das Unternehmen zwei Appliances im Programm (SR-50 und SR55), die sich jeweils per Softkey upgraden lassen. Die Preise beginnen bei 6000 Euro und reichen bis etwa 67.000 Euro — je nach Anzahl der freigeschalteten Lizenzen.
Großes
Einsparungspotenzial sieht der Anbieter Peribit Networks im Bereich der
WAN-Verbindungen:
Mit
Hilfe seiner DNA-basierenden Produkte soll sich die für Übertragungen benötigte
Bandbreite drastisch reduzieren lassen.
Was hat das menschliche Erbgut mit Datenströmen zu tun? Auf den ersten Blick
nichts, werden viele sagen. Das ist nicht korrekt: Ähnlich wie die DNA sind Übertragungen
in einem Netz aus verschiedenen, immer wiederkehrenden Elementen
zusammengesetzt. In beiden Fällen entstehen dabei Muster, die sich wiederholen:
Angaben des Herstellers Peribit Networks zufolge macht diese redundante
Information etwa 70 bis 90 Prozent des gesamten Datenverkehrs aus.
Die von dem amerikanischen Unternehmen entwickelte Technik zielt darauf ab,
diese Wiederholungen zu beseitigen. Sie geht zurück auf Forschungen im Umfeld
der DNA-Sequenzanalyse. Peribit-Gründer Amit Singh entwickelte an der Universität
Stanford einen Algorithmus, mit dem sich wiederkehrende Muster innerhalb des
menschlichen Erbguts schnell erkennen lassen. Dieses Verfahren, bei dem es um
aus vier Elementen zusammengesetzte Informationen geht, modifizierten die
Experten dann so, dass es auf die Datenübertragung auf Byte-Ebene angewendet
werden kann.
Und so können Unternehmen mit dem Verfahren sparen: Sie benötigen "Sequence
Reducer" (SR), spezielle Hardwarekomponenten, die an beiden Enden einer
WAN-Verbindung, jedoch innerhalb der Firewall-Grenzen des LAN, angeschlossen
werden. Das ist deswegen notwendig, weil sonst die Daten innerhalb der
VPN-Verschlüsselungstunnels, die zwischen einzelnen Firewalls aufgebaut werden,
nicht komprimiert werden können.
Für
die Übertragung über das WAN wurden häufig wiederkehrende Bit-Strukturen
durch Labels ersetzt.
Weniger ist mehr
In
den SRs untersucht Peribits Molecular Sequence Reduction (MSR) genannte Technik
den Datenstrom auf sich wiederholende Bit-Strukturen, erfasst diese in einer
Bibliothek und ersetzt die Informationen für die Übertragung durch ein Label.
Auf der Empfängerseite wird dieser Prozess wieder umgekehrt. Die Hardware ist
in zwei Versionen verfügbar: Der "SR-50" und der "SR-55"
unterscheiden sich lediglich darin, dass das zweite Modell nicht nur Ethernet-
und Fast-Ethernet-, sondern auch Gigabit-Ethernet-Anschlüsse unterstützt.
Das vorhandene Netz muss in keiner Weise verändert werden, außerdem erkennen
sich an verschiedenen Firmenstandorten installierte Peribit-Geräte automatisch.
Sie tauschen daraufhin Informationen aus, welche IP-Adressen die Rechner haben,
die von ihnen jeweils abgedeckt werden. Weiterführende Konfigurationen und
Auswertungen können Administratoren via Web-Browser vornehmen. Laut Hersteller
reicht bereits die Analyse von 10 MB Datenvolumen aus, um alle für das
jeweilige Unternehmen spezifischen Muster innerhalb der WAN-Übertragungen zu
erkennen und abzulegen. Danach reduzieren die Komponenten automatisch den
Datenstrom, wenn Rechner zwischen zwei mit den Lösungen ausgestatteten
Standorten kommunizieren. Alle anderen Übertragungen werden ganz normal
weitergeleitet, es besteht daher auch nicht die Notwendigkeit, sämtliche
Niederlassungen mit der Lösung auszurüsten. Bis zu 100 Geräte lassen sich zu
einer Community zusammenfassen. Besitzt ein Unternehmen mehr Standorte, können
weitere Maschinen angebunden werden, was jedoch ein spezielles Netzdesign
erfordert.
Peribit
verspricht enorme Einsparungen: So soll sich die benötigte Bandbreite für
WAN-Verbindungen im Optimalfall um den Faktor zehn reduzieren, die Kosten für
WAN-Leitungen um bis zu 50 Prozent senken lassen.
Preis je nach Bandbreite
Über
die Management-Konsole kann der Datenverkehr analysiert und ausgewertet werden.
Dabei wird auch angezeigt, wie groß das Optimierungspotenzial ist. Shane
Buckley, President Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Peribit, verspricht:
"Wir sagen den Kunden genau, welchen Kapazitätsgewinn sie erwarten können."
Die Preise für die Geräte richten sich nach der von diesen unterstützten
WAN-Bandbreite. Bis zu 256 Kbit/s kostet die Lizenz ca. 6.000 Euro. Höhere
Durchsatzraten können per Lizenz-Upgrade freigeschaltet werden. Die Obergrenze
liegt bei 45 Mbit/s (reduzierte Bandbreite). In dieser Ausstattung kosten die
Komponenten dann ca. 67.500 Euro.
(ave)
Musteranalyse für die DNA-Analyse macht Netze schneller
Peribits Technik siebt identische Daten aus
Algorithmen, die für Anwendungen in der MolekuIarbiologie entwickelt wurden, setzt die im Mai 2000 gegründete Company Peribit Networks in seinem Weitverkehrsnetzequipment ein. So soll bis zu 90 Prozent an Bandbreite eingespart werden können.
Drei
Quellen für sich wiederhoIende Datenströme im Weitverkehrsnetz (WAN) eines
Unternehmens nennt Thomas Weiß, Peribits Mitteleuropa-Direktor. Zum einen
liegt die Ursache in häufig verwendeten Phrasen und Wörtern in Dokumenten und
Mails. „Zusätzlich zu den Wiederholungen in Texten existiert noch häufiger
ein viel größerer Prozentsatz an Redundanz bei den vielen identischen Objekten,
auf welche in einem Unternehmen zugegriffen wird, wie etwa Logos und Präsentationen.“
Als
zweite Ursache nennt der Peribit-Manager identische Geschäftspraktiken und
Arbeitsabläufe: „Mitarbeiter kopieren häufig E-Mails und leiten diese
weiter, oftmals mit Anhängen, was sich wiederholende Übertragungen derselben
oder ähnlicher Daten zur Folge hat.“ Zudem benutzen Unternehmen üblicherweise
zentrale Datenbanken und Server, auf die die Mitarbeiter oft zugreifen. Diese
häufig heruntergeladen Daten sind ebenfalls Ursache für sich wiederholende
Übertragungen derselben Bitfolgen in einem Unternehmensnetz.
Der
dritte Bereich, der redundante Daten erzeugt, liegt im Overhead der
Unternehmensapplikationen. „Diese Anwendungen sind sehr ‚geschwätzig‘
und kommunizieren häufig mit den verteilten Endpunkten, um sicherzustellen,
dass sie korrekt synchronisiert sind und die Datenbeschaffenheit aufrechterhalten
wird“, so Weiß.
User, ich habe die Daten geschrumpft
Um
all diese redundanten Daten auszusieben, nutzen die Peribit-Produkte nun einen
Algorithmus, der ursprünglich zum Aufspüren von gleichartigen Sequenzen in
den langen Ketten des Erbmaterials DNA entwickelt worden ist. In den Produkten
der SR-Serie (Sequence Reducer) von Peribit, die üblicherweise zwischen den
LAN-Switches und dem WAN-Router platziert werden, fahnden die softwarebasierten
Algorithmen analog nach den sich wiederholenden Bitmustern in den
Weitverkehrsdaten.
„Die
Algorithmen sind verlustfreie Reduktionstechniken, bei denen zuerst an dem einen
Ende identifizierte Muster zu einem Dictionary hinzugefügt werden, und dann mit
dem entfernten SR synchronisiert werden“, erläutert Weiß. „Redundante
Daten werden durch einen Platzhalter ersetzt und auf der anderen Seite wieder
durch die ursprünglichen Daten ausgetauscht. “Intelligente Mechanismen
verhindern dabei, dass keine unbekannten Muster ausgetauscht werden, bevor
jeder SR weiß, welche Muster im Austauschprozess benutzt werden. Auf diese
Weise soll Peribits Technologie - je nach Datenart - zwischen 60 und 90 Prozent
der Bandbreite einsparen.
Die
Datenmenge, die nach gleichen Bitmustern durchstöbert wird, reicht von
minimal 4 Byte bis zu hunderten von Megabyte. Abhängig ist dies von dem im SR
festgelegten Zeitfenster von 2 Millisekunden — mehr Latenzzeit lassen die Geräte
also nicht zu.
„Was Peribit verspricht, klingt gut“, meint Instat-MDR-Analyst Norm Bogen. „Durch die Reduzierung der übertragenen Datenmenge müssen Unternehmen weniger Bandbreite kaufen — damit lässt sich jeden Monat eine Menge Geld sparen.“
Weitverkehrsverbindungen besser ausnutzen
Das
Startup-Unternehmen Peribit hat eine Appliance entwickelt, mit der sich die Übertragungskapazität
von WAN-Verbindungen um das Zehnfache steigern lassen soll. Möglich wird dies
laut Hersteller durch die patentierte »Molecular Sequence
Reduction«-Technologie.
Sie nutzt die Musterübereinstimmungs-Verfahren (Pattern Matching) der
DNA-Sequenzanalyse, um wiederkehrende Muster in den IP-Datenströmen zu erkennen
und zu eliminieren.
Dabei
untersucht das Gerät die Daten in Leitungsgeschwindigkeit (Wire Speed) auf
Byte-Level und ersetzt die erkannten Muster durch deutlich kleinere Labels.
Gleichzeitig speichert es die Labels in einer Datenbank, die auf allen
Peribit-Systemen synchronisiert wird. Laut Hersteller beträgt die zusätzliche
Verzögerung der Datenübertragung nicht mehr als maximal zwei Millisekunden.
Die
SR-Systeme (Sequence Reducer) werden im lokalen Netz vor der Firewall
installiert. Sie reduzieren nur die IP-Pakete, die an ein anderes, entferntes
Netz mit Peribit-Appliance gerichtet sind. Der Grad der Kapazitätssteigerung hängt
von der jeweiligen Anwendung ab. Im Durchschnitt soll sich die Auslastung
vorhandener WAN-Verbindungen nach Angaben von Peribit um das Vier- bis Fünffache
erhöhen lassen.
Die
Appliance lässt sich in einem Monitoring-Modus in das Netzwerk einbinden, ohne
den Datenfluss zu beeinträchtigen. Damit können Unternehmen vor einer
Kaufentscheidung genau feststellen, welche Ersparnisse mit den SR-Systemen in
ihrem Netzwerk machbar sind. Die SR-Systeme unterstützen zudem
Quality-of-Service-Funktionen, ohne Änderungen an Routern oder Switches
vornehmen zu müssen. Der Administrator kann für Anwendungen wie HTTP, FTP,
Oracle, Lotus Notes oder ICA bis zu acht Prioritätsstufen festlegen. Dabei
bleiben die auf anderen Ebenen definierten Priorisierungen erhalten.
Das
Gerät ist in zwei Versionen erhältlich: Die »SR-50« verfügt über zwei
10/100-Fast-Ethernet-Ports während die »SR-55« mit zwei
Gigabit-Ethernet-Schnittstellen (10/100/1000) bestückt ist. Sollte ein
Systemfehler auftreten, schaltet die SR den Ethernet-Link mithilfe einer
Pass-Through-Funktion automatisch durch. Auf Wunsch sind redundante
Konfigurationen mit zwei SR-Appliances möglich, wodurch auch bei einem
Port-Ausfall die Verbindung aufrechterhalten werden kann.
Die Preise richten sich nach der Bandbreite der WAN-Verbindung. Sie beginnen bei 6.000 Euro für die SR-50 mit einer 256-KBit/s-Leitung. Anwender können das System per Softwarelizenz-Upgrade jederzeit auf höhere Bandbreiten aufrüsten. Das Limit liegt derzeit bei 45 MBit/s (E3/T3). In dieser Version kostet das SR-System 67.500 Euro. Mit künftigen schnelleren Prozessoren sollen sich laut Peribit auch höhere Bandbreiten erzielen lassen.
Soll die Übertragungskapazität von
WAN-Verbindungen um das Zehnfache steigern: Die Appliance »SR-50« von
Peribit.
Unternehmen suchen fieberhaft nach Möglichkeiten, um ihre IT-Kosten zu senken.
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